Aktuelles Projekt: Schwefelwasserstoff im Kanalnetz gezielt reduzieren
Herausforderung: H₂S im Kanalnetz und an der Kläranlage
Erhöhte Schwefelwasserstoffkonzentrationen (H₂S) gehören zu den klassischen, aber oft unterschätzten Problemen im Kanalnetz. In diesem Fall führte die Einleitung eines Indirekteinleiters zu deutlich erhöhten H₂S-Werten in einem Kanalabschnitt sowie im Zulauf der Kläranlage.
Die Folgen waren typisch und für viele Betreiber relevant:
- Geruchsbelastungen im Netz und im Rechenhaus
- Erhöhtes Risiko für biogene Korrosion
- Belastung von Personal, Infrastruktur und Betriebssicherheit
Die zentrale Frage lautete: Wie lässt sich die H₂S-Bildung unter realen Betriebsbedingungen wirksam und nachhaltig reduzieren?
Lösungsansatz: Temporäre Dosierung unter realen Bedingungen testen.
Statt sofort in dauerhafte Maßnahmen zu investieren, wurde ein praxisnaher Pilotansatz gewählt.
Zum Einsatz kamen:
- Eine temporäre Dosieranlage mit 20 m³ Tank
- Eine mobile Testeinheit zur flexiblen Anpassung der Dosierstrategie
- Kontinuierliche H₂S-Messungen an kritischen Punkten
- Direkt nach dem Indirekteinleiter
- Im Zulauf der Kläranlage
Über einen Zeitraum von rund einem Jahr wurden verschiedene Szenarien im laufenden Betrieb getestet, darunter:
- Unterschiedliche Dosiermengen
- Betriebsferien des Indirekteinleiters
- Schwankende Einleitbedingungen
- Gezielte Dosierunterbrechungen

Ergebnis: Eine belastbare Datengrundlage unter echten Netzbedingungen – statt Laborannahmen.
Datenauswertung: Klare Zusammenhänge sichtbar gemacht
Die umfangreichen Messdaten wurden statistisch ausgewertet, unter anderem mittels Spearman-Korrelation.
Dadurch konnte eindeutig nachgewiesen werden:
- Signifikanter Zusammenhang zwischen Einleiter und H₂S-Bildung
- Zusätzliche Einflüsse aus weiteren Netzbereichen
- Komplexes Systemverhalten im Gesamtkanalnetz

Für Betreiber besonders wichtig: Die Ursache lag nicht nur beim Indirekteinleiter – sondern im Zusammenspiel mehrerer Faktoren im Netz.
Ergebnisse: Deutliche Reduktion der H₂S-Belastung
Die eingesetzte Dosierstrategie zeigte eine klare Wirkung:
- –60 % H₂S im Bereich des Indirekteinleiters
- –48 % H₂S im Zulauf der Kläranlage
- Signifikante Reduktion von Belastungsspitzen im Rechenhaus
Gleichzeitig wurde ein entscheidender Punkt sichtbar:
Bereits kurze Unterbrechungen der Dosierung führten unmittelbar wieder zu steigenden H₂S-Werten.

Fazit aus Betriebssicht:
Die Maßnahme wirkt zuverlässig – erfordert aber einen kontinuierlichen und strategisch geplanten Betrieb.
Einordnung: Warum Einzellösungen oft nicht ausreichen
Das Projekt zeigt klar:
Eine punktuelle Dosierung kann lokal sehr effektiv sein.
Für eine nachhaltige Gesamtwirkung gilt jedoch:
- Einflüsse aus dem gesamten Kanalnetz müssen berücksichtigt werden
- Weitere Zuflüsse können Effekte überlagern
- Maßnahmen müssen systemisch gedacht werden
Der Schlüssel liegt in einer ganzheitlichen Netzbetrachtung.
Fazit: Schnelle Entscheidungsgrundlage statt Trial & Error
Mit temporären Dosieranlagen und begleitender Messtechnik lassen sich innerhalb kurzer Zeit fundierte Antworten auf zentrale Fragen gewinnen:
- Welche Maßnahmen wirken wirklich?
- Wo sind die optimalen Dosierpunkte?
- Wie reagiert das System unter realen Bedingungen?
Das reduziert Investitionsrisiken und schafft eine belastbare Grundlage für langfristige Lösungen – z. B. für die Planung stationärer Dosierstellen.
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